Leistungsschutzrecht

Gleich mal vorweg: Wir verzichten selbstverständlich auf jegliche Ansprüche aus dem Leistungsschutzrecht. Unsere Artikel dürfen privat wie auch kommerziell verlinkt, geteilt und zitiert werden. Wird über das normale Maß hinaus zitiert, wäre aber eine Nennung mit Link angebracht (Creative Commons).

Wir haben uns auch öffentlich und belegt vom Leistungsschutzrecht via mediainfo.de distanziert.

Das Leistungsschutzrecht ist noch nicht in Kraft, es muss erst durch den Bundesrat. Dort kann zwar nichts mehr verhindert werden, aber nach einem eventuellen Einspruch des Bundesrates müsste es wieder in den Vermittlungsausschuss. Und dort werden häufig noch Änderungen beschlossen. Abgesehen davon sieht das Gesetz eine Übergangsfrist bis zu drei Monaten vor.

Noch ist also nichts fix, dennoch kann und sollte man sich schon ein paar Dinge überlegen.

Wie schaut das denn nun rechtlich aus, mit dem Leistungsschutzrecht?

Einfache Frage, schwere Antwort. Fakt ist, dass das Leistungsschutzrecht in seiner derzeitigen Fassung dermaßen verschwommen formuliert ist, dass jeder Abmahn-Anwalt seine wahre Freude daran haben wird, auf Grund der nun bestehenden Rechtsunsicherheit. Während die einen feiern, dass sich kaum etwas ändert, sind andere da weitaus skeptischer.

Der Bundesverband deutscher Zeitungsverleger sieht das sogar generell ganz anders. So sind nach Ansicht des Bun­des­ver­ban­des deut­scher Zei­tungs­ver­le­ger (BDZV) die Such­er­geb­nisse, wie sie Google und Google News der­zeit anzei­gen, nach dem neuen Leis­tungs­schutz­recht ohne Geneh­mi­gung nicht mehr zuläs­sig (Quelle: Medienjournalist Stefan Niggemeier).

Leider ist weder der Begriff der Snippets noch der der kleinsten Textausschnitte näher definiert. Also ob man nun ein Wort, einen Satz oder sogar drei Sätze daraus zitieren darf völlig unklar (Quelle: Medienjournalist Stefan Niggemeier)


Was aber kann man allgemein tun, um in Sachen Leistungschutzrecht auf der sicheren Seite zu sein?

Auch das ist schwer zu sagen. Betrifft das Gesetz nur Google und andere Suchmaschinen? Oder lauern die Abmahnanwälte schon um Blogger, oder sogar normale User aus den sozialen Netzwerken abzumahnen? Schwer zu sagen derzeit.

Das wohl aller sicherste Mittel ist es, keine Links von Medien zu teilen, die das LSR befürworten. Welche Medien das sind, erfährt mal bei Vera Bunse und ihrer Seite „Diese Seiten unterstützen das Leistungsschutzrecht„.

Auf den ersten Blick wirkt die Seite von Vera Bunse so, als ob faktisch alle Medien das LSR befürworten. Und tatsächlich ist es auch beinahe so. Aber es gibt auch Medien und Blogs, die das nicht tun. Die Liste dieser Medien findet man auf mediainfo.de

Von Oliver Sperke wurde ein Plugin programmiert, welches einem bei Linkeingabe in Google Plus warnt, dass man auf die Seite von Medien verlinken will, die das LSR befürworten. Für Chrome-Nutzer ist dies hier zu erhalten, Firefox-User können es hier laden.

Marco Grätsch dagegen hat die Idee dafür eine API (Programmierschnittstelle) fertig zu machen. Da dies gerade erst im wachsen ist (siehe Google+ Thread), warten wir mal ab was passiert.

Und eine der unkompliziertesten Möglichkeiten ist es, einfach Medien aus anderen Ländern zu verlinken. Das müssen nicht zwangsläufig englischsprachige sein. In Österreich kann ich z.b. den Standard, den ORF oder die Futurezone empfehlen. Auch ein Blick in die Schweiz kann sich lohnen.

Nächste Folge: Wie kann ich das LSR zu meinem Vorteil nutzen?